Homöo-Akademie Traunstein: Dr. med. Wiebke Lohmann

Über die Einrichtung der Homöo-Akademie in Traunstein wurde schon an den verschiedensten Stellen spöttisch bis kritisch berichtet (Chiemgaugemseneier, Die Ausrufer, Die Zeit, Scienceblogs). Aber die weitreichendste und vor allen Dingen richtige Fundamentalkritik zu dieser neuen Zauberschule findet sich nebenan im Blog Beweisaufnahme-Homöopathie unter Homöopathie in Traunstein – Hochschule C200.

Da für eine Akademie die Dozenten von herausragender Bedeutung sind, lohnt sich immer ein Blick auf diese. In der Gründungsphase richtet sich das Augenmerk besonders auf den Leiter, da er aller Wahrscheinlichkeit nach für längere Zeit die Richtung vorgeben wird. Im Falle der Homöo-Akademie hat Fr. Dr. med. Wiebke Lohmann die akademische Leitung inne. Um wen handelt es sich also bei der 1979 in Göttingen geborenen, ehemaligen Waldorfschülerin?

Wie dem Namen zu entnehmen ist, ist Fr. Dr. Lohmann studierte Ärztin, nach esoterischer Auffassung also Schulmedizinerin. Hierin liegt bereits das Erste, weniger offensichtliche und vor Allem wenig bekannte Problem. Ärzte, die auch als Homöopathen agieren, neigen so gut wie immer dazu, die Homöopathie parallel zur medizinischen (allopathischen) Therapie einzusetzen. Da Homöopathie und Allopathie aber prinzipienbedingt Gegensätze sind und von ihrem jeweiligen theoretischen Gedankengebäude her gegenteilige Maßnahmen erfordern, begeht ein parallel therapierender Arzt immer in mindestens einem seiner Fachgebiete einen ärtzlichen Kunstfehler und zeugt davon daß er den Grundgedanken eines der beiden Gebiete schlicht nicht verstanden hat. Diese Aussage ist vollkommen unabhängig davon, welche Einstellung man zur Homöopathie pflegt. Die tiefere Ausführung zu diesem Thema führt an dieser Stelle zu weit, aber metaphorisch gesprochen verhalten sich die beiden Gebiete wie „Feuer machen“ (Homöopathie) und „Feuer löschen“ (Allopathie) zueinander. Beides zusammen an derselben Stelle zur selben Zeit ist nicht möglich.

Lebenslauf von Wiebke Lohmann nach ihrer eigenen Darstellung
1985 – 1987 Grundschule Höltyschule Göttingen
1987 – 1988 Rudolf Steiner Schule Kassel
1988 – 1998 Waldorfschule Göttingen
1995 Trimester in Rudolf Steiner School, Glouchester, England
1998 Abitur, Göttingen
1998 – 1999 Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Studium: Chemie (Diplom)
1999 – 2005 LMU München, Studium: Humanmedizin
1999 – 2004 Leitung der Arbeitskreise für Homöopathie an der LMU München
1999 Praktikum im Kreiskrankenhaus Freiberg
2000 Praktikum im Krankenhaus Borkum
2001 Physikum
2001 – 2003 Stipendiatin des Graduiertenkollegs Infektion und Immunität
2001 – 2004 Doktorarbeit am Max von Pettenkofer-Institut, München: „Analyse der Yersinia-Interaktion mit Thrombozyten unter besonderer Berücksichtigung des YopM Effektorproteins“.
2002 Famulatur im Max von Pettenkofer-Institut München
2002 Freisemester im Rahmen der Doktorarbeit
2002 1. Staatsexamen
2002 Famulatur in der Habichtswaldklinik Kassel
2003 Famulatur in der Clinica Santa Croce Orselina, Schweiz
2003 Famulatur im Krankenhaus für Naturheilweisen München
2004 2. Staatsexamen
2004 – 2005 Praktisches Jahr
1. Tertial Innere Medizin: Paracelsus-Spital Richterswil, Schweiz
2. Tertial Chirurgie: K. J. Somaiya Hospital, Bombay, Indien
K. E. M. Hospital, Bombay, Indien
3. Tertial Pädiatrie: Klinikum Traunstein
2005 3. Staatsexamen (LMU München)
2005 Approbation
2005 – 2007 Master-Studiengang für Homöopathie an der Universität Sevilla, Spanien
2006 Praxis-Assistenzärztin in München
2006 Referentin des Tropenmedizin-Kurs der Medizinischen Fakultät der FSU Jena
2007 Master en homeopatía (Universidad de Sevilla, Spanien)

Betrachen wir nun einige Stationen ihres beruflichen Werdeganges näher:

Waldorfschule/Rudolf-Steiner-Schule
In der Schulzeit wurde der Grundstein für Fr. Dr. Lohmanns Hang zur Esoterik gelegt. Über eine Dekade Erziehung nach anthroposophischem Gedankengut hinterlässt Spuren.
1998 – 1999 Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Studium: Chemie (Diplom)
Hiernach will sie in zwei Semestern ein Diplom in Chemie errungen haben. Das geht an keiner deutschen Universität! Schon gar nicht in Chemie, da gibt es nicht mal ein Vordiplom. Sie mag dort zwei Wartesemester im Diplomstudiengang verbracht haben, aber so wie sie es angegeben hat, erweckt sie Eindruck in dieser Zeit ein Diplom errungen zu haben.
Spontan hat mich dieser Eintrag an die ehemalige nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens erinnert, die auch erst ein Chemiestudium angefangen, es aber ganz schnell wieder sein gelassen hat und jetzt eine führende Verfechterin von Homöopathie und „Komplementärmedizin“ an Hochschulen ist.
Habichtswald-Klinik Kassel Bad-Wilhelmshöhe
Diese Einrichtung sieht sich als Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde, sowie als Fachklinik für Psychosomatik, Onkologie und Innere Medzin. Auch eine „Ayurveda-Klinik“ ist integriert. Bei der Ayurveda hat die Klinik den in diesen Kreisen üblichen Hinweis auf die „älteste Gesundheitslehre der Welt“ nicht vergessen. Der Verweis auf das Alter ist eine bekannte Nebelkerze von Esoterikern („Uraltes Wissen der Ahnen“). Leider sagt das Alter einer Methode bzgl. ihrer Wirksamkeit nichts aus, Alter alleine hat keinerlei Beweiskraft. Meines Erachtens ist es eher ein Indiz für das Gegenteil, denn der naturwissenschaftliche Erkenntnisfortschritt wird dabei völlig außer acht gelassen, wie man bei der Homöopathie deutlich sehen kann. Es sind zwar im Laufe der rd. 200 Jahre etliche Homöopathika hinzugekommen, aber alle neuen Erkenntnisse zu Krankheitsentstehung, Infektionsprozessen und diagnostischen Verfahren etc. sind vollkommen spurlos an der homöopathischen Praxis vorbeigegangen. Es wird diagnostiziert und behandelt wie vor Jahrhunderten.
Wörtlich heißt es in der Selbstbeschreibung:

Die Habichtswald-Klinik verbindet wissenschaftliche und komplementäre Medizin zu einer Ganzheitsmedizin.

Hier wird ganz klar gesagt, daß die Patienten mit wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftliche Methoden behandelt (misshandelt?) werden. Es fragt sich wie lange das gut geht, wenn es wirklich so praktiziert wird.

Grundlage unserer Arbeit bildet die Ganzheitsmedizin, eine Synthese aus Psychotherapie, Schulmedizin, Naturheilverfahren und Spiritualität, die Sie als Patient/In in den Vordergrund stellt.
[…]
Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Selbstheilungskräfte zu entdecken und bei der Entwicklung und Stärkung Ihrer Fähigkeiten zur Teilhabe am Leben und zu Aktivitäten unter Berücksichtung Ihrer persönlichen Umwelt- und Kontextfaktoren. Dabei fördern wir Ihre kreativen und lebendigen Anteile.

Daher finden sich dort auch Kurse für „Gynäkologisch-Onkologische Komplementärmedizin“. Ganz besonders haarsträubend liest sich auch die Beschreibung der dort betriebenen „sanften Onkologie“. Kostprobe:

Bei der sanften Onkologie geht es um die Basis einer liebevollen vorbehaltlosen Annahme des Patienten bezüglich seiner eigenen Person, dass heißt von sich selbst, die auch die liebevolle Annahme eigener Fehler und Schwächen mit einschließt.

Zu sich – „auf allen Ebenen“ – vorbehaltlos stehen zu können und sich voll angenommen zu haben, setzt wiederum ein weiteres Kraftpotential frei, das ansonsten blockiert wäre und über seine Bindung hinaus auch an der Selbstsicherheit, dem Selbstverständnis und dem Urvertrauen nagende Eigenschaften hat.

[…]

Oft ist auch der Hinweis hilfreich:

  • Wenn Sie wirklich meinen, dem anderen nicht verzeihen zu können, dann verzeihen Sie ihm sich selbst zuliebe, denn Sie tragen den Schmerz und die Blockierung in sich, die in Ihnen einer Auflösung bedarf, die auch nur von Ihnen vollzogen werden kann“.

Man rufe sich ins Gedächtnis, hier wird von der Behandlung von Krebspatienten gesprochen! Krebs findet seine Ursachen in Vielem, aber bestimmt nicht, weil ein Mensch sich nicht selber verzeihen kann.

Clinica Santa Croce in der italienischen Schweiz
Aus der Selbstbeschreibung der Klinik:

In der homöopathischen Klinik Clinica Santa Croce behandeln wir ausschließlich klassisch homöopathisch. Der Schwerpunkt liegt in der Behandlung schwerer chronischer Erkrankungen mit langjähriger Erfahrung in der Krebsbehandlung.

Für die Behandlung stehen mit dem Ärzteteam der Clinica Santa Croce unter der Leitung von Dr. med. Dario Spinedi Homöopathen mit internationalem Ruf zur Verfügung.

Krebsbehandlung und „homöopathische Behandlung“ in einem Atemzug zu nennen grenzt an einen Mordaufruf. Schmankerl am Rande: Die Klinik verlinkt stolz auf einen Bericht des Bayerischen Rundfunks vom 22.04.2013 — immerhin ein öffentlich-rechtlicher Sender mit einem Bildungsauftrag — in dem über die Arbeit der Klinik berichtet wird. Mehr zu diesem unkritischen Jubelbeitrag kann man bei der GWUP nachlesen.
Die Clinica Santa Croce hat übrigens zwei Bereiche, der eine ist die homöopathische Klink, der Andere die Psychiatrie. Was immer das zu bedeuten hat.

Krankenhaus für Naturheilweisen
Der Name spricht bereits für sich selber:

Das Krankenhaus für Naturheilweisen steht für eine lange Tradition in der klinischen Anwendung der Homöopathie und anderer naturgemäßer Heilmethoden.

Hier wird ein oft gemachter Irrtum weiter verfestigt: Homöopathie ist keine Naturheilkunde! In der Homöopathie ist die Verwendung von künstlich hergestellten, in der Natur nicht vorkommenden Substanzen keine dem Gedankengebäude der Homöopathie zuwiderlaufende Behandlungsart. Der Irrtum des Patienten wird aber gerne billigend in Kauf genommen, da es nur so zum Selbstbild von Heilpratikern und Homöopathen passt.
Offiziell werden Patienten aller Kassen behandelt.

Paracelsus-Spital Richterswil, Schweiz
Man ahnt es schon, auch diese Klinik hat sich auf „Komplementärmdizin“ und „Anthroposophische Medizin“ verlegt, mit den Schwerpunkten Onkologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kardiologie und Chirurgie und wird von den Krankenkassen anerkannt, allerdings in welchem Umfang kann ich momentan nicht erkennen.
K. J. Somaiya Medical College and Research Centre, Bombay, Indien
K. J. Somaiya Medical College ist eine private Ausbildungsstätte für Mediziner und Pflegepersonal und Somaiya Medical Trust, welche Wert auf Spiritualität legt.
King Edward Memorial Hospital, Bombay, Indien
Ein vollwertiges Krankenhaus, welches aber auch Ayurvedische Medizin im Angebot hat.

Darüberhinaus hat Frau Dr. Lohmann auch noch das bahnbrechende Lehrbuch „Bascis Homöopathie“ [2] mit 127 Seiten Inhalt verfasst oder sollte man besser sagen schreiben lassen, wie der Buchdeckeltext vermuten lässt?

BASICS Homöopathie liefert einen Überblick über die gesamte Homöopathie: Wo kommt sie her, wie funktioniert sie, was kann man damit bewirken? – mit vielen Klinikkästen – jedes Thema in kleinen Häppchen auf je einer Doppelseite. Schön in Farbe, prima zu lesen und mit vielen Versteh-Bildern im typischen “Basics”-Stil – geschrieben von einem starken Team aus Studenten und erfahrenen Ärzten, die wirklich Bescheid wissen. So wird Homöopathie verständlich, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ideal zum Einarbeiten ins Thema!

Ich unterstelle — in dubio pro reo — Fr. Dr. Lohmann durchaus die lautere Absicht Menschen helfen zu wollen und offenbar ist sie von ihrer Sache auch überzeugt, aber ich halte pesönlich solche Personen im Gesundheitswesen bzw. überhaupt im Wissenschaftsbetrieb für eine mittlere Katastrophe. Sie sind Überzeugungstäter, die aber die wesentlichen Grudnlagen ihres Fachgebietes nicht verstanden haben und stellen somit eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Mit ihrem Lebenslauf ist es nachvollziehbar, warum Fr. Dr. Lohmann in einschlägigen Kreisen zur akademischen Leiterin der Homöo-Akadamie ausgewählt werden konnte, auch wenn ich mich nicht ganz des Eindruckes erwehren kann, daß ihre Gutgläubigkeit hier ausgenutzt wird, aber das ist meine persönliche Spekulation.

Es ist im Grunde erschreckend. Einerseits hat Frau Dr. Lohmann die Staatsexamina abgelegt, was mit Esoterik allein wirklich nicht zu schaffen ist, andererseits ist ihre Ausbilddung auf weiten Strecken eine Aneinanderreihung von Stationen auf denen evidenzbasierte Medizin mit Quacksalberei und Scharlatanerie vemengt und letztere ernsthaft betrieben wird. Allein bei dem Gedanken an die Verbindung von Onkologie und Homöopathie müssten bei Patienten und Verantwortlichen alle Warnsirenen aufheulen.

Das alles kann man noch nicht einmal ihr allein ankreiden, denn sie hat das getan was sie meint verstanden zu haben, sondern es zeigt das Versagen des Ausbildungssystem überdeutlich. Augenscheinlich hat es die LMU München (was haben homöopathische Arbeitskreise an einer Uni zu suchen?) nicht geschafft die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens zu vermitteln. Grundlegende Weichen müssen falsch gestellt worden sein. Dieses Problem zu beheben wird enorme Anstrengungen und Kosten erfordern, sieht man doch am Beispiel von Fr. Dr. Lohmann wie durchdrungen das Ausbildungs- und Gesundheitssystem von esoterischem Gedankengut bar jeder Vernunft bereits ist.

In der Karriere von Frau Dr. Lohmann ist die Aufnahme einer leitenden Tätigkeit an der Homöopathischen Akademie Traunstein ein folgerichtiger Meilenstein, aber die (mögliche) Anerkennung dieser Akademie als wissenschaftliche Ausbildungsstätte ist ein Offenbarungseid. Immerhin handelt es sich hier nicht nur um eine weitere Zauberschule, sondern um eine „Akademie“ die Leute mit akademischen Graden hervorbringen soll. Denn auf der Homepage der Akademie heißt es zweifelsfrei:

Abschluss als Bachelor of Science in Complementary Medicine and Management

Abgesehen davon, daß es den Titel, wie er hier verliehen werden soll, nicht gibt und nach derzeitiger Regelung auch nicht geben darf (Zusätze zum Bachelor sind nicht statthaft), würde eine Anerkennung der Homöo-Akademie als wissenschaftliche Ausbildungsstätte mit der Möglichkeit einen „Bachelor of Science“ vergeben zu dürfen, schlagartig alle Bachelor of Science entwerten, denn niemand kann mehr sicher sein, daß da wo Science drauf steht auch Science drin ist. Insofern ist es richtig, auf die politisch Verantwortlichen Druck auszuüben und zum Handeln zu bewegen, bevor weiterer Schaden für die Wissenschaft entsteht. Der Brief vom Betreiber des Blogs „Beweisaufnahme-Homöopathie“ ist hierzu schon mal ein ausgesprochen guter Anfang (Homöopathische Akademie Traunstein – Fortsetzung)

Abschließend sei gesagt, dass ich mir der eklatanten Mängel die unser Gesundheitssystem aufweist durchaus bewusst bin. Man könnte die Hinwendung der Patienten zu esoterischen Zauberpraktiken auch als indirekte Fundamentalkritik am bestehenden Gesundheitssystem verstehen, da sie sich dort einfach nicht verstanden fühlen. Die Mängel müssen behoben werden ohne Frage, aber dies können schamanistische Praktiken nicht leisten, nicht heute und nicht morgen. Im Gegenteil, solche Praktiken verschlechtern nur die ohnehin angespannte Versorgungslage für alle weiter, da sie benötigte Ressourcen binden und bei konsequentem Einsatz ihren Tribut an Menschenleben fordern werden.

Literatur:

  1. Analyse der Yersinia-Interaktion mit Thrombozyten unter besonderer Berücksichtigung des YopM-Effektorproteins. Wiebke Lohmann. Dissertation, LMU München, Medizinische Fakultät, 2007, URN: urn:nbn:de:bvb:19-75297 (PDF, 8,7 MB)
  2. BASICS Homöopathie. Wiebke Lohmann. Elsevier, Urban & Fischer, 1. Auflage 2009, 127 Seiten, ISBN 978-3-437-42296-6 & 978-3-437-31405-6

29 Kommentare

  1. […] Traunstein: Dr. med. Wiebke Lohmann, Feuerwächter am 7. Dezember […]

  2. Norbert Aust sagt:

    Das Chemiestudium:
    Es gibt offenbar zwei Wiebke Lohmanns, die in München an der LMU studiert haben. Die eine ist heute die ‘Akademische Leiterin des Bachelorstudiengangs’ in Traunstein.

    Die andere Wiebke Lohmann hat einige Veröffentlichungen zu chemischen Themen verfasst. Auf der jüngsten, die ich in Google Scholar gefunden habe, aus dem Jahre 2009, wird die Universität Münster als ihr aktueller Arbeitsort angegeben. Irgendwo bei meinen Recherchen hatte ich auch den Lebenslauf gesehen und da findet sich tatsächlich ein Studium in München.

  3. Norbert Aust sagt:

    (zu schnell geklickt)

    Auf der Webseite der Homöo-Akademie wird zur Promotion von WL ausgesagt:
    “2005 – 2007 Studium der Homöopathie in Spanien mit Abschluss Master en homeopathìa,Assistenzärztin in homöopathischer Praxis und Promotion”

    Irgendwie scheinen da zwei Lebensläufe zusammengefallen zu sein. Wenn sie bis 2005 Humanmedizin studiert ht, dann hat schwerlich in 2004 promoviert.

  4. Ich bin auch auf zwei Wiebke Lohmann gestoßen, mit gleichem Ergebnis wie Sie. Nichts desto trotz gibt die Esterik-Lohmann in ihrem Lebenslauf ein Jahr Chemie an. Wie man es dreht und wendet, dafür gibt’s kein Diplom. Die Chemie-Lohmann habe ich nicht weiter verfolgt.

  5. Norbert Aust sagt:

    Jetzt habe ich auch die Dissertation der Homöopathie-WL gefunden, aus der der obige Lebenslauf stammt. Die nennt aber für den Tag der mündlichen Prüfung den 11.10.2007.

    Verstehe das, wer will.

  6. 1.) Doch das geht durchaus, wenn auch nicht offiziell. Im Gegensatz zu Naturwissenschaftlern, bei denen eine Promotion ein Vollzeitjob ist, ist es bei Medizinern durchaus üblich, daß die ihre Arbeiten stundenweise im Studium nebenher anfertigen. Wenn die Arbeit fertig ist, wird sie auf Eis gelegt und erst nach Studiumabschluss eingereicht. Die Arbeiten der Mediziner sind im Regelfall auch deutlich weniger zeitaufwändig, die schaffen die praktische Arbeit oftmals nebenher in sechs Monaten. Unsinniges Verfahren, aber es ist so. Ich habe es auch schon erlebt, daß welche die praktischen Ergebnisse nur abholen, weil die MTA im Labor die Sachen mitgemessen hat. Vieles ist in der Medizin vom akademischen Standpunkt aus gesehen nicht ganz astrein.

    2.) Was heißt durcheinander gekommen? Die Dame wird doch wohl ihren eigenen Lebenslauf, den ich ja nur übernommen habe, richtig zusammen schreiben können.

  7. Wie gesagt, gängige Praxis an deutschen Unis.

  8. Michel sagt:

    Ich verstehe das mit dem “(Diplom”) so: sie hat ein jahr Chemie fürs Diplom, nicht Lehramt, studiert und währenddessen auf einen Humanmedizin Studienplatz gewartet?

  9. @Michel
    Vermutlich ja, deshalb hatte ich ja auch schon der Warteschleife geschrieben. Aber ein Lebenslauf ist keine Poesie, bei der jeder interpretieren darf wie es ihm gefällt. Einer Waldorfschülerin wäre sowieso nur ein Video mit dem getanzten Lebenslauf angemessen.

  10. Norbert Aust sagt:

    Was heißt durcheinander gekommen?

    Sorry, wusste nicht, ais welcher Quelle die Daten stammten…

  11. […] 7.12.: Hier findet sich jetzt eine ausführliche Betrachtung zum Werdegang von Wiebke Lohmann. Dort wird auch […]

  12. Dr Michael Bauer sagt:

    Leider gibt es viele meiner ärztlichen Kollegen, die sich der Homöopathie widmen.Die meisten nicht aus Überzeugung, sondern weil man damit wesentlich besser verdienen kann.
    Wenn man-wie ich-eine große Praxis als Facharzt mit Kassenpatienten betreibt, steht man ständig unter Druck und dies in vieler Hinsicht und hat kaum Freizeit. Mit Igel Leistungen, insbesondere Homöopathie lebt es sich da leichter, man hat Zeit für den Patienten…..,Natürlich muss an einem Ort leben, wo es das entsprechende Patientenklientel gibt wie z.B. Traunstein . Frankfurt an der Oder wäre z. B. Nicht geeignet.
    Hinzu kommt, dass man im Medizinstudium leider nichts über Paramedizin erfährt und auch kaum kritisches Denken lernt. Bei einer Waldorf Sozialisation wäre dies sicherlich wichtig. Mir war jedenfalls als Medizinstudent schon klar, dass Homöo

  13. Kathrin sagt:

    @Michael Bauer
    In Frankfurt am Main schon, mein halber Bekanntenkreis verwendet ( und verteidigt) HP – allerdings ohne sich weiter damit zu beschäftigen. Mein Hausaerztin bietet das auch an und hat mir letztens ungefragt ein HP Mittel verschrieben – und womöglich eine Amnanese abgerechnet (Gespraechsdauer 5 min). Das ist aber genau die Falle die die Kassen eröffnen,wenn HP abgerechnet werden kann – es steht eben dann doch nicht mehr Zeit zu Verfügung.
    Ich habe nicht protestiert, weil ich sie aus anderen Gründen schätze, und es mir nicht verderben wollte, weil Kritik an HP schnell zu emotionalen Verwerfungen führen kann.

  14. @Dr Michael Bauer
    Das Problem ist mir bewusst. Wenn der Arzt es nicht anbietet fährt man eben woanders. Die Praxis verliert dadurch den Patienten komplett und meist auch noch den Rest der Familie, besonders wenn es eine Patientin ist. Polemisch formuliert: Wir erlauben auch dem Arzt bzw. Krkhs. auch keinen Organhandel aus finanziellen Gründen.
    Allerdings es gibt es auch viele Ärzte — wie @Karthin schrieb — die verschreiben Homöopathie ungefragt. Daher wären hier eigentlich die Kammern (von denen nichts kommen wird, da dort das finanzielle Interesse schwerer wiegt) in der Pflicht eine entsprechende Approbationsordnung aufzustellen. Ich persönlich bin der Auffassung, daß man von Menschen verlangen kann sich zu entscheiden, d.h. in diesem Falle entweder Arzt oder Schamane, jedoch nie beides zusammen. Der Rest muss vom Gesetzgeber kommen, wie bspw. konsequenter Wirkungsnachweis für die Zulassung als Medikament, ohne Ausnahme. Alle Homöopathika größer D8 (über die Stufe lass’ ich mit mir streiten) sind frei verkäuflich (Supermärkte, Drogerien), da nur Zucker. Momentan läuft nämlich in die Richtung, daß die Homöopathie als Medizin und wissenschaftliche Disziplin geadelt. Sie ist weder das Eine, noch das Andere.

  15. michael bauer sagt:

    Ich glaube, dass viele Ärzte sich nicht darüber klar sind, dass Homöopathie wissenschaftlich gesehen ein Unsinn ist.
    Andererseits wird man heute gerade als niedergelassener Arzt dazu angehalten, sich durch Igel Leistungen zusätzliche Einnahmequellen zu suchen und viele Patienten wünschen Naturheilkunde, wobei es viele Bereiche der Naturheilkunde gibt, welche sinnvoll und wissenschaftlicher Überprüfung zugänglich sind. Bei mir ist es nun so, dass ich so viel Arbeit habe, dass gar keine Zeit und auch keine finanzielle Notwendigkeit besteht, sich diesen Dingen zu zuwenden.
    Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch schon homöopathische Beruhigungsmittel als Placebo verordnet habe. Die muss der Patient selber zahlen, sind aber nicht teuer. Aber hier liegt ein weiteres Problem, dass Ärzte dann zur Homöopathie greifen, wenn sie nicht weiter wissen, wie mir auch ein Kollege gesagt hat, und das ist natürlich nicht richtig, wobei es sich dann oft um Befindlichkeitsstörungen handelt und nicht um schwere Krankheitsbilder.
    Die Homöopathie durch eine Uni zu adeln ist aber ein Unsinn

  16. @michael bauer

    1. Die IGEL haben mich schon bei ihrer Einführung, gelinde gesagt, irritiert, bzw. deren Begründung auf den Plakaten. Einerseits wurde versprochen, daß medizinisch Notwendiges selbstverständlich weiterhin von der Kasse übernommen wird, andererseits soll der Patient Zusatzleistungen in Anspruch nehmen. Daraus ergibt sich die logische Konsequenz, daß IGEL nicht notwendig sind, zumindest nicht für den Patienten. In der Praxis sah es aber für den Patienten von Anfang an so aus, als ob bestimmte notwendige Untersuchungen nur gegen Bares durchgeführt werden.
    2. Homöopathie ist keine Naturheilkunde! Die Neo-Schamanen wissen das in der Regel auch, klären den Irrtum aber wohlwissend gegenüber ihrer Klientel nicht auf, sondern vestärken den Eindruck noch weiter.
    3. Die Frage ist halt, wie Patient und Arzt die Wissenschaftlichkeit einer Methode prüfen können. Für beide ist die Zeit dafür begrenzt. Welche verläßliche Instanz haben sie dafür? Der designierte „Dozent“ der Homlo-Akademie, Josef-Karl Graspeuntner, der eigentlich ein ausgewiesener Gegner der Therapieformen von Fr. Dr. Lohmann sein müsste (innerhalb der Homöopathie gibt es diverse Schulen die nicht kompatibel sind, aber das erfährt der Patient i.d.R. auch nicht):

      Die Klassische Homöopathie ist eine klar umrissene, wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethode die strengen Heilgesetzen unterliegt, deren Kennzeichen die Einbeziehung des ganzen Menschen, die Individualisierung und die Anwendung eines einzelnen Arzneimittels sind.

      Quelle: http://www.homoeopathie-zeitschrift.de/artikel_ungekuerzt.html?do=showDetail&artikel_id=5

      Jeder erzählt dem Patienten seine Version. Außerdem herrscht in der Esoterik eine ziemlich andere Vorstellung davon, was „wissenschaftlich“ ist. Dies ist auch die eigentliche Gefahr, die von einer Homöopathie-Hochschule ausgeht. So wird der Homöopathie das Etikett „wissenschaftlich anerkannt“ hochoffiziell zuerkannt.

    1. Heid Peter sagt:

      Homöopathische Medikamente sind als Placebos eine Schiene, entlang der man Patienten mit funktionellen, nicht bedrohlichen jedoch Leidensdruck verursachenden Beschwerden ärztlich begleiten und betreuen kann, ohne gravierende unerwünschte Wirkungen des Medikaments in Kauf zu nehmen.
      Im Übrigen gilt: “Wer nichts weiß muss alles Glauben.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

    2. @Heid Peter
      Das wird tatsächlich teilweise so gehandhabt, aber diese Handlungsweise hat meines Erachtens eine negative Langzeitwirkung. Der Patient kommt zu der Überzeugung a) Homöopathika seien Arzneien, da sie vom Arzt kommen und b) sie hülfen, wenn es ihm besser geht. Zusammen mit der Esoterik-Propaganda von der „sanften Medizin“ und der falschen Einordnung der Homöopathie in die Naturheilkunde wird der Patient regelrecht konditioniert und wird das nächste Mal konkret nach Homöopathika fragen und jenen Arzt schmähen der ihm zu sagen wagt, dass Homöopathie blanker Unsinn ist. Diese Entwicklung scheint mir bereits in großen Teilen der Bevölkerung Fuß gefasst zu haben.

    3. Dr Michael Bauer sagt:

      Homöopathie. Akademie TS Josef Graspeunter
      Wer die Genese der Traunsteiner Homöopathie Uni verstehen will, sollte sich auch mit Herrn Graspeuntner befassen. Dieser stammt aus einem Traditionstrachtengeschäft in TS und hat später zum Heilkundigen umgesattelt. Er hat offenbar großen Einfluss auf die Traunsteiner Politik und soll die Homöopathie Uni nach TS geholt haben. Er hält Kurse an der lokalen VHS, wo es noch nie ein kritisches Wort zur Homöopathie gegeben hat. Er betreibt einen homöopathischen qualitätszirkel für Ärzte und Heilpraktiker, wobei die Teilnahme für Ärzte m. E. Standeswidrig ist, schon deshalb weil Heilpraktiker keine gesetzliche Schweigepflicht haben!
      Man kann sich über diese Person unter http://www.homoepathie-konkret/graspeuntner.html informieren

    4. @Dr. Michael Bauer
      Danke für den Hinweis.
      Momentan sieht es zusätzlich danach aus, als ob die Traunstein-Affäre nicht Ursache, sondern Folge eines weitaus schwerwiegenderen Problems des Systems an anderer Stelle ist.

    5. […] Homöo-Akademie Traunstein: Dr. med. Wiebke Lohmann […]

    6. beab@gmx.de sagt:

      Dr Michael Bauer scheint als Facharzt nicht sooo viel zu tun zu haben wie er schreibt – dann fände er nicht die Zeit so viele Kommentare hier zu schreiben und dafür fundiert zu recherchieren. Mir fehlt im Prinzip die Zeit all den Schrott zu lesen.

    7. Magda sagt:

      sehr interessant ist auch das “Kasten”-Standes-Denken: wer in einer Waldorfschule war, ist schon mal verdächtig und anthroposophisch sozialisiert und damit per se untauglich als Arzt. Ebenso wenn jemand aus einer Trachtengeschäftsfamilie stammt und merkt, dass seine Berufung eine andere ist. Aber wer in eine Arztfamilie geboren ist muss und darf Medizin ausüben – die väterliche Praxis dann übernehmen und unzufrieden seinen Patienten auf Augenhöhe – nein natürlich deutlich höher – begegnen und sie heilen……wie wertvoll das Gesundheitssystem doch ist, frei von jeglicher Verkrustung, wissenschaftlich frei denkend, Menschen wertschätzend,

    8. @beab
      Es wäre für alle hilfreicher gewesen, wenn sie uns Unwissenden an Ihren Recherchergebnissen hätten teilhaben lassen, damit auch wir einen höheren Erkenntnisgrad erlangen können. Aber so werden wir wohl dumm sterben müssen. ;-(

    9. @Magda
      Kann es sein, daß Sie einen anderen Artikel auf irgendeinem anderen Blog kommentieren wollten? Inhaltlich passt Ihre Antwort jedenfalls nicht so recht auf mein Geschriebenes.

      Kurz gesagt, Fr. Dr. Lohmann hat eine lange esoterische Sozialisierung hinter sich, das Medizin-Studium hat sie zwar erfolgreich abgeschlossen, aber die Uni war nicht in der Lage, ihr wissenschaftliches Denken und Arbeiten nahezubringen. Von einer Standeszuordnung ist nirgends die Rede und ich bin auch kein Verfechter einer Solchen. Was bleibt ist aber die Tatasache, daß die einzelnen Stationen auf Fr. Dr. Lohmanns Lebensweg nicht ungefährlichen Unsinn verbreiten.

    10. […] dem esoterikertypischen Hinweis auf das hohe Alter der Methode, ein Argument auf welches ich bereits hier kurz eingegangen bin) und Homöopathie von seinem Lymphkrebs kuriert worden und natürlich haben […]

    11. […] nicht mehr fähig (man denke hier an die wiss. Leiterin der Ex-Homöo-Akademie in Traunstein Fr. Dr. Lohmann oder an eine Irene Schlingensiepen). Dennoch wäre eine solche Maßnahme auch für Deutschland […]

    12. […] 07.12.2013 Ratgeber-News-Blog Homöo-Akademie Traunstein: Dr. med. Wiebke Lohmann […]

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