Tag Archiv für Säkularisierung

Bundesministerin Wanka betreibt Gegenaufklärung

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka (CDU) warnt nach den Attentaten von Paris vor einer weiteren Zurückdrängung der Religion aus den Bildungseinrichtungen.

„Diejenigen, die den Glauben und seine Symbole aus dem Bildungssystem und anderen staatlichen Bereichen verdrängen wollen, sind auf dem falschen Weg.“ Christen, Juden, Muslime und Angehörige anderer Religionen leben nach den Worten der Ministerin in Deutschland meist gut zusammen. Dabei helfe, „dass wir Religion nicht als reine Privatsache betrachten“ Deshalb fördere die Regierung an mehreren Hochschulen Studiengänge, die zum Beispiel künftige Islam-Lehrer an Schulen ausbilden.

Fr. Wanka betreibt hier, wie auch Angela Merkel, ganz offensichtlich Gegenaufklärung. Ein säkularer Staat ist zur Neutralität verpflichtet, dies kann aber nur dann gelingen, wenn religöse Symbole aus staatlichen Institutionen verschwinden, denn diese sollen allen Bürgern gleichermaßen dienen. Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. Staatlich organisierter, konfessioneller Unterricht ist keine Vermittlung von Bildung, sondern staatlich finanzierte Missionierung! Weiterlesen

Merkels Problem heißt Säkularisierung

Fr. Merkel hat der FAZ (16.01.2015) ein ausführliches Interview zu verschiedenen aktuellen Themen gegeben. Interessant sind hierbei ihre Auslassungen zum Thema Islam und Christentum, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde.

Heißt das, die Muslime und deren Verbände in Deutschland tun noch nicht genug, um das Abgleiten junger Menschen in den Terrorismus zu verhindern?

Das ist mir zu pauschal. Die muslimischen Verbände haben am Mittwoch eine Mahnwache veranstaltet und sich dabei sehr deutlich geäußert. Es ist besonders wichtig, dass sie diese klare Trennlinie zu allen Gewaltbereiten ziehen.

Vielleicht sollte man auch mal fragen, inwieweit man den Verbänden überhaupt trauen kann und ob sie nicht Teil des Problems sind. Finanzierungen aus Saudi Arabien und indirekte Weisungen von der türkischen Religionsbehörde sprechen eine andere Sprache. Gerade die Verbände vertreten eine (hoch-)konservative Auslegung des Koran und über die Islamkonferenz sind sie es, die einen politischen Einfluss erhalten, nicht die liberalen Glaubensvertreter. Weiterlesen

Islamisierung: Kopftücher bei Lehrerinnen an Schulen

Niedersachsen bereitet seit zwei Jahren einen Staatsvertrag mit islamischen Verbänden vor. Nun brachte hierbei Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nicht nur die Einführung islamischer Feiertage (was nicht wirklich ein Problem darstellen würde) ins Gespräch, sondern erwägt sogar die Aufweichung des Kopftuchverbotes für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen.

Weils Worten könnte darin auch das Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen gelockert werden. „Es ist möglich, dass es zu einer flexibleren Regelung kommt als derzeit“, sagte der Ministerpräsident. Bisher dürfen Lehrkräfte an Schulen kein Kopftuch tragen. Lediglich im Religionsunterricht ist ihnen dies erlaubt.

Auch kein Zeichen von Islamisierung? Weiterlesen

Kauder will islamische Partei verhindern

Man kann von Pegida halten was man will, aber die paar Hanseln schaffen es bereits jetzt Regierungspolitiker zur Lachnummer verkommen zu lassen. Mantraartig wird wiederholt, daß in Deutschland keine Islamisierung stattfindet, da es nur rund vier Millionen Moslems (~5% Bevölkerungsanteil) in Deutschland gäbe. Allein diese Rechnung ist zweifelhaft, da genausowenig automatisch jeder der aus einem islamischem Land nach Deutschland kommt Moslem ist, wie jemand der aus einem christlich geprägten Land Christ sein muss. Wenn tatsächlich alle Zuwanderer aus islamischen Ländern streng gläubige Moslems wären, bräuchten wir deutlich mehr Moscheen, als vorhanden sind. Nichts desto trotz beeinflussen Moslems die hier vorherrschenden Sitten und Gebräuche. Daher muss es in gewissem Grade eine Islamisierung geben. Ob das mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt, ist diskussionswürdig, aber meiner Ansicht nach überwiegen die Nachteile des islamischen Einflusses deutlich, denn grundsätzlich gilt mindestens für alle abrahamitischen Religionen ihre Unvereinbarkeit mit republikanisch-demokratischen Strukturen. Hinzu kommen noch die Missionierungsaktivitäten der staatlichen, türkischen Religionsbehörde Diyanet über den Ditib und von Saudi Arabien mit seinem verbrecherischen Wahabismus. Weiterlesen

Scheinheilige Kirchen: Nicht des Geldes wegen

Bei den Kirchen gibt es eine Welle von Austritten (FAZ), die mit der neuen Regelung zur Beitreibung der Kirchensteuer auf Kapitlerträge in Verbindung gebracht wird. Also wenn man Rendite und Inflationsrate vergleicht, müssten die Kirchen eigentlich Kirchensteuer großflächig zurückerstatten, aber den Teufel werden sie tun. Die Leute, die jetzt tatsächlich wegen der neuen Regelung austreten, waren der Kirche mit Sicherheit auch schon vorher nicht mehr verbunden, insofern mag die Umstellung bei denen eher Anlass als Grund — diese gibt es schließlich zu Hauf — für Austritt sein. Den Bock in dieser Diskussion schießt jedoch EKD-Oberkirchenrat Thomas Begrich ab: Weiterlesen

Religionszugehörigkeit muss Privatsache sein

Inzwischen sollte nicht nur jeder von seiner Bank per Brief informiert worden sein, daß in Zukunft die Banken über die Religionszugehörigkeit oder auch deren Abwesenheit informiert werden, um die Kirchensteuer direkt abzuführen, sondern auch gegen diese Informationsübermittlung beim Bundeszentralamt für Steuern Widerspruch eingelegt haben. Wer dies jetzt noch nicht getan hat, für den ist es für dieses Jahr wohl zu spät, aber er kann dennoch für die Zukunft widersprechen. Der Widerspruch gilt bis auf Widerruf, muss also so wie es bisher aussieht nur einmalig eingelegt werden.

In meinen Augen ist es in jedermans Interesse dieser Informationsübermittlung der Religionszugehörigkeit an die Banken zu widersprechen, auch wenn es für den Kirchensteuerpflichtigen einen kleinen zusätzlichen Aufwand bedeutet, da er die Kirchensteuer selbst an das Finanzamt abführen muss.

Zunächst einmal geht es die Banken nicht das Geringste an, ob und wenn ja welcher Religionsgemeinschaft jemand angehört. Religionszugehörigkeit sollte Privatsache sein, bzw. allein eine Angelegenheit zwischen der Religionsgemeinschaft und dem Mitglied. Man stelle sich die gesellschaftliche Diskussion vor, wenn der Staat die Mitgliedsbeiträge von Sportvereinen oder gar Parteien würde einziehen wollen. Analoges gilt übrigens auch für die Arbeitgeber, die sogar von Anfang an über die Lohnsteuerkarte über die Religionszugehörigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Der Gesetzgeber drückt sich hiermit nicht nur um die Durchsetzung einer Trennung von Staat und Kirche, sondern er weitet den Kreis derer, die über die Religionszugehörigkeit eines Bürgers zwangsinformiert werden, auch noch weit in die Privatwirtschaft hinein aus. Allein aus diesen Gründen sollte sich bei allen Bürgern, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Widerstand regen und diesem durch eine Erklärung zum Sperrvermerk Ausdruck verliehen werden. Wenn beim Bundeszentralamt für Steuern genügend Sperrvermerke eingehen, wird der Gesetzgeber über kurz oder lang tätig werden müssen, da damit das System ad Absurdum geführt wird.

Auch wenn das Eintreiben der Kirchensteuer für die Kirchen nicht kostenfrei ist, obwohl man bezweifeln darf, daß der von den Kirchen entrichtete Betrag tatsächlich für den Staat kostenneutral ist, gehört dieses System abgeschafft. Jede Organisation hat selbst vollumfänglich für das Eintreiben ihrer Mitgliedsbeiträge zu sorgen. Außerdem geht es auch den Staat nichts an, welche Religionszugehörigkeit seine Bürger haben.

Zu berücksichtigen ist auch, daß die Religionszugehörigkeit bei den Banken gespeichert wird, aber auf den Datenschutz kein Verlass ist. Bei all den Ansprüchen die die USA auch auf Bankdaten erheben, scheint es nur ein Frage der Zeit zu sein, bis sie auch über die Religionszugehörigkeit informiert sein wollen, denn es wird alles über eine Person gesammelt, dessen man habhaft werden kann. Bei Fluggastdaten erfahren sie es bereits jetzt indirekt, wenn bestimmte Essenswünsche vorab geäußert werden.

Das für den Widerspruch notwendige Formular findet sich im Formularzenter des Bundesministeriums der Finanzen. Die Suche nach dem Schlüsselwort „Kirchensteuer“ führt zum Formular 010156 Erklärung zum Sperrvermerk. Am Bildschirm ausfüllen, ausdrucken und unterschrieben an das Bundeszentralamt für Steuern senden. Alternativ kann man auch ein einfaches PDF herunterladen: http://www.formulare-bfinv.de/printout/010156.pdf.

Hochschultheologie kämpft ums Überleben

Hochschul-Theologie im Überlebenskampf ist doch für den Jahresanfang schon mal eine recht gute Meldung. Außerdem fügt sie sich nahtlos in den positiven Trend der letzten Jahre:

Zwei kleine Wermutstropfen bleiben allerdings:

  1. Der Überlebenskampf entsteht durch Studentenmangel, das Problem löst sich also biologisch, und ist keine Folge von Einsicht an den Universitäten, daß Theologie vieles ist, aber keine Wissenschaft, mithin nichts an Universitäten und Schulen zu suchen hat. Die Selbstreinigung an den Universitäten funktioniert nicht, diese Erkenntnis wiederum, ist weder gut noch neu.
  2. Die organisierte Theofiktion der Großsekten leidet an Mitgliedermangel, dafür nimmt aber die Anzahl kleiner Splittergruppen mit religiös-esoterischem Gedankengut, welche die Politik erfolgreich unterwandern, zu.

Pille danach verweigert — Wer trägt die Verantwortung?

Bei der gegenwärtigen Diskussion um die beiden Kölner Skandalkrankenhäuser in katholischer Trägerschaft, die eine vermutlich vergewaltigte Frau abgewiesen haben und um einen weiteren, ähnlich gelagerten Fall, weil die dort beschäftigten Ärzte keine „Pille danach“ verschreiben dürfen stellt sich, neben der Tatsache warum für die „Pille danach“ überhaupt eine Rezeptpflicht besteht, die Frage nach der ursächlichen Verantwortlichkeit. Bei der Suche nach der Antwort, sollte man streng logisch vorgehen, andernfalls droht man seine Energien sinnlos an der falschen Stelle zu verschwenden. Weiterlesen

NDR: Wie man mit Tatsachenberichten die Realität verschleiert

Der NDR hat zur Eröffnung der Zentren für islamische Theologie an der Universität Münster (Zentrum für islamische Theologie, ZIT), zu der auch Religionsministerin Annette Schavan angereist war und Osnabrück (Institut für islamische Theologie, IIT) eine eigentlich unscheinbare, um nicht zu sagen armselige, Nachricht mit dem Titel „Warum das Islamische Zentrum so wichtig ist“ veröffentlicht:

Nach den evangelischen und katholischen Christen sind sie die drittgrößte religiöse Gruppe in Deutschland: die rund vier Millionen Muslime. Um sie stärker in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, fördert das Bundesministerium für Bildung den Aufbau von vier Zentren für islamische Theologie mit insgesamt 20 Millionen Euro. Das größte Zentrum entsteht an den Universitäten Osnabrück und Münster. Ob Islamwissenschaftler, das Bundesministerium für Bildung oder Muslime in Niedersachsen – alle begrüßen die neue Einrichtung und haben hohe Erwartungen.

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Protest gegen das Zentrum für islamische Theologie in Münster

Anläßlich der Eröffnung des Zentrums für islamische Theologie (ZIT) — zuständig für bekenntnisorientierte islamische Theologie und islamische Religionspädagogik — an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 30. Oktober 2012 durch die plagiierende Religionsministerin Annette Schavan planen die Free Minds Münster die Grußbotschaft „Für eine reine Wissenschaft“ gegen die Etablierung des ZIT an einer öffentlichen Universität. Da es eine kurzfristige Aktion ist, wird noch Unterstützung benötigt (Facebook).

Am selben Tag wird auch das Institut für islamische Theologie (IIT) an der Universität Osnabrück eröffnet.

Nachtrag 01.11.2012:

Nachtrag 09.11.2012: