Vorbilder in der Politik

An den Vorbilden die sich jemand nimmt, kann man ablesen wo er hin er will und anhand der Vorbilder, die sich die derzeitigen Politiker in Deutschalnd nehmen, sieht es gar nicht gut für Deutschland aus. Auf der „3. Gender Studies Tagung im Jahre 2016 unter dem Titel „Arbeit 4.0 – Blind Spot Gender“ befand Manuela Schwesig ohne jede Ironie Saudiarabien könne in der Frauenpolitik als Vorbild dienen:

Ins Absurde glitt Fr. Schwesig aber bei ihrem Vergleich mit Saudiarabien ab. Sie steht für eine Förderung der Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern (MINT) und stellte in diesem Zusammenhang klar, daß in Saudiarabien 50% aller Informatikstudenten weiblich seien und wir in Deutschland erstmal dahin kommen müssten

In dem aktuellen Podcast von Angela Merkel verrät sie uns ihr Vorbild (ab Minute 3:18): Afrikas Jugend für die Digitalisierung. Ich glaube ohne Weiteres, daß viele interessierte Jugendliche in Afrika in der Digitalisierung weiter sind, als unsere Politiker, nur ist das, erstens, nicht schwer und zeugt nicht von der Qualifikation der Afrikaner, sondern allenfalls von der Rückständigkeit unsererseits, aber Merkel ist ja sowieso nichts mehr peinlich, weil sie es nicht mal mehr bemerkt und, zweitens, kann das eben kein Maßstab für uns sein. Ganz zu schweigen von den sonstigen Zuständen in Afrika. Übrigens hat sie eine Minute vorher auch die Mär verbreitet, daß wir an den negativen Klimaveränderungen in Afrika schuld seien. Diese These scheint in der Politik Konsens zu sein (vgl. bspw. Tweets von Karl Lauterbach hier & hier) in Übereinstimmung mit Klima- und Migrationsaktivisten (vgl. Carola Rackete, im Talkschow „Club“ vom SRF ab Minute 30). Sofern man den Klimamodellen Glauben schenken mag, werden große Teile Afrikas von der Klimaveränderung profitieren, so bspw. die Subsaharagebiete in denen es feuchter und infolgedessen grüner werden soll, was wiederum die dort darbende Landwirtschaft substanziell erleichtern würde.


Will man etwas erreichen hat es keinen Sinn nach unten oder zur Seite zu blicken, sondern nach oben, an die Spitze gefolgt von der Frage nachdem aktuellen Stand der Technik und wie man dorthin gelangen kann. Wollen wir eine Industrienation bleiben und wieder in der ersten Liga mitspielen müssen wir an dieser Stelle derzeit nach China blicken, von dort können wir etwas lernen, nicht von Afrika. Im Umkehrschluss heißt das nicht, daß wir zwangsläufig alles von dort übernehmen müssen, aber der digitale Fortschritt findet derzeit nun mal unzweifelhaft dort statt und zwar mit atemberaubender Geschwindigkeit. Afrika ist insofern mit uns auf einer Ebene, als das es genau wie wir Konsument und nicht Entwickler ist. Der zweite Blick müsste sich in die USA richten, denn bisher sind alle marktrelevanten Internetkonzerne bzgl. Software (Amazon, Apple, Google) dort angesiedelt und ein dritter Blick sollte wieder nach Asien in Länder wie Korea, Taiwan und Japan zu den Hardwaregiganten wie Samsung, Sony, Panasonic gehen. Die Idee von Afrika in Sachen Digitalisierung etwas lernen zu wollen ist grenzdebiles Geschwafel.

Es wird wohl absichtlich nicht nach oben geblickt, denn dazu müsste man sich seine Rückständigkeit eingestehen und dazu ist unsere in maßloser Selbstüberschätzung lebende Politikerkaste intellektuell nicht in der Lage.

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