Das historisch einzigartige Experiment

In den Tagesthemen der ARD vom 20.02.2018 um 22:30 Uhr gab es ein Interview mit dem deutschstämmigen, jüdischen Polititologen Yascha Mounk, ehemaliges SPD-Mitglied, im Verlaufe dessen er folgende Worte sagte:

… das wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen und zwar eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine Multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, aber dabei kommt es natürlich auch zu vielen Verwerfungen …



Ich musste mir das Interview im Ganzen und dann diesen Teil mehrmals anhören, um wirklich in Gänze zu erfassen, was er in diesen wenigen Worten dort so nonchalant von sich gibt.

  1. Zuvorderst stellt sich für mich die Frage wie sein „wir“ gemeint ist. Ist er, wie die meisten Politologen, nur ein kleiner Schwätzer, der sich wichtig macht und ein unpersonales „wir“ eher locker, im Sinne von „schauen wir uns mal an wie es weitergeht“ raushaut, so wie ein Beobachter auf dem Rummel an einer Attraktion stehen bleibt oder meint er es im Sinne einer handelnden Gruppe — immerhin spricht er ja auch „wir wagen„ —, die hier ein geplantes Experiment durchführt und nun auf die Ergebnisse wartet?
    Es ist zu berücksichtigen, daß er SPD-Mitglied war und die SPD mit ihrer marxistischen Orientierung tatsächlich ein vollkommen anderes Deutschland anstrebt, ein politischer Kampf, der von ihr unter den Begriffen Vielfalt, Diversität, kulturelle Öffnung etc. in den Parlamenten und Medien und durch die Antifa handfest auf der Straße geführt wird. Eine Fortsetzung jener Politik, die letztlich zum Aufstieg Hitlers geführt hatte. Daher auch die zumindest bisher recht erfolgreiche Taktik, jeden der diese marxistisch orientierte Politik ablehnt als rechtsextremistisch und Nazi zu verunglimpfen. Insofern kann dem Mounkschen „wir“ tatsächlich eine Gruppe zugeordnet werden. Es fragt sich nur, ob auch diese damit gemeint ist oder ob es noch eine weitere Gruppe Experimentatoren gibt.
  2. Experimenten ist es zu eigen, daß sie gelingen oder vollkommen daneben gehen können, daher führt man sie zunächst niemals sofort in großen Stil am Gesamtobjekt aus. Soll also Deutschland nur eine Modellregion für ein größeres Projekt sein? Die Antwort dürfte ja lauten, denn sowohl Herr Mounk als auch die SPD sind vehemente Verfechter der vereinigten Staaten von Europa unter linker Ägide. Da der marxistische Einfluss offensichtlich ist, bedeutet dies, daß Deutschland zunächst das Pilotprojekt für ein kollektivistisches Europa darstellt, in dem die unterschiedlichen Kulturen nivelliert wurden, also genau das Gegenteil von gelebter Vielfalt. Ein Umstand den Merkel mit ihren Formulierungen „die schon länger hier Lebenden“ und „das Land in dem ich Bundeskanzlerin bin“ vorweggenommen hat.
    Nun stellt sich erneut die Frage, wer die Experimentatoren genau sind und wer sie ermächtigt hat ihr Experiment durchzuführen, denn die Bürger wurden dazu nicht befragt. Was also ist für Herrn Mounk eigentlich Demokratie?
  3. Dann seine Behauptung, daß es zu „vielen Verwerfungen“ käme. Inhaltlich ist die Aussage nicht falsch, aber die steigende Zahl an Morden und Vergewaltigungen und anderen Gewaltaten unter Verwerfungen zu subsummieren ist gelinde gesagt eine Frechheit, eine Verniedlichung der Taten, wenn nicht gar eine Verhöhnung der Opfer, aber durchaus folgerichtig. Insbesondere auch im Hinblick auf seine Herkunft und zur Schau getragenen politischen sehr linken Einstellung. So beklagte er selbst antisemitische Übergriffe und mangelnde Hilfsbereitschaft deutscher Institutionen Flüchtlingen gegenüber, was letztlich einer der Gründe für seinen medienwirksamen Austritt aus der SPD war, aber hier sind Vergewaltigungen einfach nur bloße Verwerfungen für ihn. Nicht nur für ihn, auch für Politiker — man denke an Merkel und die Opfer vom Breitscheidplatz in Berlin — und die Medien, bspw. die Tagesschau und ihre Einordnung eines Frauenmords als irrelevantes lokales Ereignis, Verwerfungen eben. Das ist nur ein scheinbarer Widerspruch, berücksichtigt man den marxistischen Einfluss, denn er steht damit nicht allein. Bereits die SPD-Satellitenorganisation Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) schreibt in ihrem Leitbild unter Federführung von Aydan Özoğuz (MdB und Staatsministerin als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration) von der Gefahr der „Zunahme gesellschaftlicher Konflikte und soziale[r] Verwerfungen“. Auch hier ist die Handschrift des Marxismus deutlich erkennbar. Dem Marximsus geht es nicht um das Individuum, dieses ist ihm egal, es geht immer nur um das Kollektiv und dafür wird und wurde schon immer eine beliebige Anzahl von Opfern billigend in Kauf genommen. Daher sind die linken Soziologen auch geradezu besessen von der Idee, der Mensch käme losgelöst von seiner Biologie wie ein leeres Blatt Papier auf die Welt, welches man dann nur entsprechend beschreiben müsste, um den neuen, richtigen Menschen zu schaffen. Die beliebten Umerziehungslager linker Staaten hatten halt nur einen sehr begrenzten Erfolg, dafür aber eine recht hohe Verlustrate. Deshalb wird auch immer axiomatischer Wert darauf gelegt, daß der Nationalsozialismus eine unvergleichliche Opferzahl zur Folge hatte. Ein Ablenkunsgmanöver um nicht über die Opfer von Marxismus und Stalinismus diskutieren zu müssen.
  4. Yascha Mounk zeigt auch dieses typische messen mit zweierlei Maß. Wer kurz und prägnant von Umvolkung spricht löst einen medialen Aufschrei aus und ist ein Nazi, aber die ungefragte politisch gesteuerte, notfalls auch gewaltsame, Transformation „einer monoethnischen, monokulturellen Demokratie in eine Multiethnische“ ist ein sinnvolles Experiment für eine bessere Welt.
  5. Bemerkenswert auch das Verhalten der Moderatorin Caren Mioska. Die Bemerkung vom „historisch einzigartigen Experiment“ löst bei ihr kein Zögern, keine Nachfrage aus, wie das gemeint sei. Sie nimmt seine Aussage hin, wie die beiläufige Erwähnung einer alten Binsenweisheit, die allen bekannt ist und keiner weitergehenden Erläuterung mehr bedürfe. Oder hat sie selbst überhaupt nicht verstanden was ihr da geantwortet wurde? Dann allerdings wäre sie fehl am Platze.

Jeder, der der heutigen SPD noch eine Stimme gibt, sollte sich im Klaren darüber sein, daß er linksextermistische Kräfte in Positionen bringt, die sie zum Wohle Aller besser niemals innehaben sollten.

Nachtrag 08.03.2018:

Hr. Mounk sprach bereits 2015 (Spiegel 40/2015) in einem Interview zu seinem Buch „Echt, du bist Jude? Fremd im eigenen Land“ von dem Experiment, welches in Westeuropa läuft:

Mounk: Ich hoffe auf ein Deutschland, in dem ich meine jüdische Herkunft erwähnen kann, ohne nur als Jude wahrgenommen zu werden – so wie es mir als Kind meist ergangen ist. Wenn Deutschland multiethnischer wird, könnte sich das ändern. Ein Deutschland, in dem sich Juden wohlfühlen, ist ein Deutschland, in dem sich auch Muslime wohlfühlen.

Die Freundschaft von Juden und Mohammedanern ist geradezu legendär.

Mounk: Vor allem geht es um mehr als ein kurzes, fremdenfreundliches Sommermärchen. In Westeuropa läuft ein Experiment, das in der Geschichte der Migration einzigartig ist: Länder, die sich als monoethnische, monokulturelle und monoreligiöse Nationen definiert haben, müssen ihre Identität wandeln. Wir wissen nicht, ob es funktioniert, wir wissen nur, dass es funktionieren muss.

Diese Arroganz ist einfach atemberaubend. Die einheimische Bevölkerung wird nicht gefragt ob sie dies überhaupt möchte. Experimente heißen Experimente weil der Ausgang unbestimmt ist. Was ist also wenn es nicht funktioniert? Mit welchen Konsequenzen ist dann zu rechnen? Wären diese Konsequenzen derart gravierend, daß es funktionieren muss, weil anderfalls alles das, was wir als westliche Zivilisation kennen zerstört sein wird? Schweden ist Deutschland mit dieser Transformation wesentlich weiter voraus und es ist bereits jetzt erkennbar, daß das Experiment einen fatalen Ausgang nimmt. Die Vordenker dieses Experiments sind weder greifbar, noch haftbar zu machen. Noch kann man in Deutschland die Transforamtion stoppen, hierzu muss aber zwingend die gesamte Regierung komplett ausgetauscht werden, nicht nur die unter Realitätsverlust leidende Angela Merkel.

3 Kommentare

  1. […] sondern als Aktivisten in eigener Sache. Die Berichterstattung könnte das eigene Anliegen, das „historisch einmalige Experiment“, zu dessen Durchführung kein Bürger befragt wurde, von allumfassender Diversität ins Wanken […]

  2. […] mindestens zwei Jahren spricht der Politologe Yascha Mounk davon, daß „wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen“, welches funktionieren muss (sic!). Gemeint ist die Transformation der europäischen […]

  3. […] durch die Altparteien entschieden, daß Deutschland ein Einwanderungsland zu sein habe und gemäß Yascha Mounk, wird nun „ein historisch einzigartiges Experiment gewagt, in dem eine monoethnische, […]

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